„Tagesgeld-Hopping“: Lohnt sich der häufige Wechsel der Bank?

ehören Sie auch zu den Sparern, die beim Zinssatz für die Tagesgeldanlage auf jede Stelle hinterm Komma größten Wert legen? Und sind Sie bereit, für eine Steigerung Ihrer Rendite ein wenig Papierkram in Kauf zu nehmen? Wenn Sie beide Fragen mit „Ja“ beantworten, dann sind Sie vielleicht ein „Tagesgeld-Hopper“ - oder auf dem besten Wege, einer zu werden.

Unter „Tagesgeld-Hopping“ versteht man den häufigen Wechsel der Bank. Das Leitmotiv: Das Tagesgeld wandert stets dorthin, wo aktuell die höchsten Zinsen gezahlt werden. Welche Bank mit ihrem Zinssatz die Nase vorn hat, das lässt sich zwar für den Moment feststellen. Schon kurze Zeit später kann sich die Situation aber wieder geändert haben, weil ein anderes Institut mit neuen, noch besseren Konditionen um Kunden wirbt.

Der Wettbewerb zwischen den Anbietern ist intensiv, und als rendite-bewusster Sparer können Sie davon nur profitieren. Da es bei der Tagesgeldanlage keine Mindestlaufzeiten oder sonstige Bindungen gibt, können Sie Ihr Geld im Prinzip jederzeit umschichten. Das bedeutet auch: Sobald eine andere Bank höhere Zinsen zahlt, kann sich ein Wechsel für Sie lohnen. Das gilt umso mehr, als ein solcher „Umzug“ mit keinerlei Kosten verbunden ist, sondern allenfalls mit etwas zeitlichem Aufwand. Schließlich muss ein neues Tagesgeldkonto eröffnet werden, das Guthaben muss vom alten Konto zunächst auf das Referenzkonto und dann zum lukrativeren Anbieter überwiesen werden. Es fallen aber weder für die Einrichtung des neuen Kontos noch für die Schließung des alten Gebühren an.

Apropos Schließung: Für „Tagesgeld-Hopper“ kann es sinnvoll sein, vorübergehend nicht benötigte Konten nur ruhen zu lassen, sie jedoch nicht aufzulösen. Mehrere Tagesgeldkonten parallel zu führen kostet kein Geld, da ja keine laufenden Gebühren zu zahlen sind. Wenn man aber bei verschiedenen Geldhäusern Konten unterhält, kann man sein Geld schnell zu der Bank überweisen, die aktuell ihre Zinssätze anhebt. Die Wartezeit vom Auftrag zur Kontoeröffnung bis zur erfolgten Legitimation und der Freischaltung entfällt dann.

Ab welcher Anlagesumme sich „Tagesgeld Hopping“ lohnt und ob man schon für 0,1 Prozent mehr Zinsen wechseln sollte oder erst für 0,5 Prozent mehr, das bleibt jedem Sparer selbst überlassen. Fest steht aber, dass man in jedem Fall die Rendite steigern kann, wenn man Werbeaktionen der Banken geschickt ausnutzt – egal, ob es um 1.000 Euro oder 100.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto geht.